Blütezeit eines Herzogtums

Blütezeit eines Herzogtums

Straubing

Zwischen 1353 und 1425 war Straubing die bayerische Hauptstadt des Herzogtums Niederbayern-Straubing-Holland. Die Residenz an der Donau steht beispielhaft für die bayerischen Herzogsstädte des Spätmittelalters, für ihre unverwechselbare Stadtgestalt und ihre großen Leistungen auf dem Feld der Architektur und Kunst.

Straubing grüßt mit seinen Türmen weit über die Donauebene und hinein in den Bayerischen Wald. Diese stolze Stadtsilhouette ist noch immer eine Erinnerung an Straubings spätmittelalterliche Blütezeit zwischen 1353 und 1425. Damals war es die bayerische Residenz des Herzogtums Niederbayern-Straubing-Holland, das aus der Erbmasse Kaiser Ludwigs des Bayern entstanden war. Halb Niederbayern mit Straubing und die Grafschaften Hennegau, Holland, Seeland und die Herrschaft Friesland bildeten ein selbstständiges Herzogtum des Hauses Wittelsbach. Zwar regierten die Herzöge meistens im fernen Den Haag, doch hatte Straubing großen Anteil an den politischen und kulturellen Verbindungen dieses Fürstentums von europäischem Format.

Die meisten der mächtigen Bauwerke im heutigen Stadtzentrum stammen aus diesen Jahrzehnten. Ein Spaziergang durch Straubing ist gleichzeitig eine Begegnung mit den Zeugnissen dieses kurios erscheinenden Staatswesens. Der ausgedehnte Komplex des Burgschlosses an der Donau wurde 1356 von Herzog Albrecht I. begonnen. Es war Wohn- und Verwaltungssitz, Finanzbehörde und Festungsbau. Herzog Johann III. erweiterte den sogenannten Rittersaal im Fürstentrakt an der Donau zu einem der größten seiner Art in ganz Deutschland.

Der Stadtturm erlebte seine weitgehende Vollendung inmitten einer modellhaften Stadtanlage. Die Steinergasse zu seinen Füßen gehört zu den ältesten gepflasterten Straßen Deutschlands. Im benachbarten Rathaus lädt der Historische Rathaussaal zum Betrachten und Feiern ein. Nach der Gründung des Klosters der Karmeliten wurde im Langchor der hoch aufragenden Klosterkirche mit dem Hochgrab für Herzog Albrecht II. ein Denkmal von herausragender Kunstfertigkeit geschaffen. Der Rotmarmorstein für den Ratsherrn und Kaufmann Ulrich Kastenmayr in der Pfarrkirche St. Jakob zählt zu den bedeutendsten Epitaphien Bayerns.

Für den Bau von St. Jakob wurde in den Jahren um 1400 Hans von Burghausen bestellt, einer der führenden Baumeister der Spätgotik in Süddeutschland. Das Gotteshaus mit seinem fast hundert Meter hohen Turm, seinen schlanken Rundpfeilern und dem umlaufenden Chorumgang gilt mit Recht als ein Musterbeispiel für eine Stadtkirche der Backstein-und Hallengotik. Die ungemein reiche Ausstattung macht die päpstliche Basilika minor zu einem Bilderbuch der Kunststile aus sechs Jahrhunderten.

So wird eine Besichtigung Straubings im Zeichen des Herzogtums Niederbayern-Straubing-Holland zu einem erlebnisreichen Ausflug ins Mittelalter.

 

Anzahl ÜN:2 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet im Doppelzimmer mit Du/WC
Preis p. Pers. im DZ:118,00€
Gültigkeit:27.03- 27.09.2015 (außer 07.-17.08.2015)